Quantum Break (PC)

bearbeitet April 2016 in Andere Spiele
Remedy Entertainment ist ein finnisches Kultstudio, bekannt für Titel wie Max Payne und Alan Wake. Entsprechende Begeisterungsstürme gingen durch das Neuland als angekündigt wurde deren neuester Titel "Quantum Break" würde doch nicht nur exklusiv für die XBox sondern auch - zeitgleich - den PC erscheinen. Gut, bei den Xbox-Jüngern war teilweise das Gegenteil von Begeisterung der Fall durch diesen "Exklusivitätsverlust", denn gefälligst hat nur eine Gruppierung mit einem neuen Titel Spaß zu haben, denn schließlich war schon Alan Wake rund zwei Jahre Xbox-Exklusiv bis es den Weg zum PC fand.



Doch die Meldung hat mehr Schattenseiten für PC-User als die meisten zu Träumen wagen, die Plattform "PC" wird von Quantum Break bzw. Publisher Microsoft so restriktiv gehandhabt wie noch nie zuvor:

  1. Der Titel ist exklusiv nur im Windows AppStore erhältlich
  2. Nur in Windows 10
  3. und es setzt zwingend eine DX12-fähige Grafikkarte voraus, obwohl die Grafikengine DX11 beherrscht
Diese Form der Exklusivität ist sicherlich ausschließlich politisch motiviert.

Spiele im Windows AppStore greifen auf die "UWP" (Universal Windows Platform) zurück, welche für Spiele zahlreiche bisher zum Teil ungewohnte "Vorteile" bietet:

  1. Keinen exklusiven Vollbildmodus (nur randloser Fenstermodus)
  2. Keine Funktion von Overlays und Onscreen-Recordern (RivaTuner OSD, FRAPS, ShadowPlay, Gaming Evolved...)
  3. Keine Mods
  4. Keine Multi-GPU-Support (Crossfire, SLI und das was DX12 eigentlich bieten kann)
  5. Keine erhöhten oder synchronisierten Wiederholraten (120/144Hz, FreeSycn, G-Sync)
  6. Kein Mod-Support, kein ReShade und Co.
Zu welchen Teilen hier politische Motivation und technische Unfähigkeit eine Allianz eingehen lässt sich kaum erahnen, wohl aber das es zweifelsfrei so ist.

All diese Vorteile (Ironie!) werden zusätzlich durch eine stümperhafte Portierung torpediert:

  1. Auch auf dem PC spielt man in FullHD nicht in FullHD, wie die XBox-Fassung werden 720p hochskaliert, nur wer UHD wählt bekommt vermutlich überhaupt FullHD zu sehen, es gibt nur keine Hardware die das abspielen kann
  2. denn die Hardware-Anforderungen sind für den gebotenen Unschärfe-Matsch mörderisch
  3. und gegen diese Unschärfe kann man gar nicht viel tun, denn weder Filmkorn- noch Bewegungsunschärfe sind abschaltbar
  4. Quantum Break unterstützt VSync nur mit Double-Buffering, das bedeutet jedes Mal wenn 60fps nicht gehalten werden können (bei so ziemlicher jeder Bewegung) wird auf 30fps zurück geschaltet. Eine unspielbare Ruckelorgie die einen nötigt das cineastische 30fps-Lock gleich wieder einzuschalten ist die Folge.
  5. Im Gegensatz zur Konsolenversion lassen sich die Videosequenzen nicht herunterladen sondern sie werden live gestreamt, das klappt allerdings nur leidlich und für Nicht-Breitband-Internetanschlüsse gern mal gar nicht.
  6. Andere Seitenverhältnisse als 16:9: Fehlanzeige
Hat das vor dem Release auf dem PC mal jemand getestet?

Quantum Break in 21:9, alles gestreckt, die Leute finden's geil



Ja, wo isses denn?

Und weil das alles noch nicht genug ist, hat der Windows-Nutzer erhebliche Last Quantum Break im Windows-Store überhaupt zu finden und als PC-Version zu erkennen. Ist es dann soweit, hat er keinen Einfluss wohin er installiert, der Download der 43GB lastet nicht mal einen 16k-Anschluss aus, er sieht nie wie schnell er vonstatten geht noch kann er die Bandbreite ggf. abregeln. Dies schildert jedenfalls so ein Erfahrungsbericht auf Eurogamer.

Die konkurrierenden und ungeliebten DRM-Plattformen Origin von Electronic Arts und UPlay von Ubisoft können neben Steam von Valve und GoG von CDPR nur allesamt als engelsgleich und "offen" bezeichnet werden im direkten Vergleich. Wer gehofft hat das Microsoft nach dem inzwischen begrabenen "Games for Windows Live" irgendetwas verstanden, geschweige denn dazu gelernt hat dürfte sich gleich zwei Aspirin zur Ernüchterung einwerfen. Die Berichterstattung attestiert der Xbox-Version vielfach gute Noten und greift die PC-Fassung nur vorsichtig an. Etwa auf Computerbase wird auf Screenshots aus der PC-Version lieber ganz verzichtet während man genau diese bespricht. Weniger mitfühlend zeigt sich die Redaktion von PC Games Hardware in ihrem ausführlichen Bericht am Ende zusammengefasst in einem umfangreichen Video welches die meisten hier genannten Aspekte überhaupt zu Tage gefördert und auf den Punkt gebracht hat. 

Persönlich kann ich mich in den letzten 24 Jahren die ich am PC spiele an keinen vollumfänglich vergurkteren "Triply-Ey-PC-Release" erinnern. Selbst der letzte Batman-Teil von WB muss sich hinter Quantum Break anstellen und das mit großem Abstand. Ob dies alles die rund 70,-€ die Microsoft für die digitale PC-Fassung aufruft wert ist, darf freilich höchst individuell dem mündigen Käufer überlassen werden, denn andere Wege in den Genuss des Spiels zu kommen dürfte es Dank des verwendeten Denuvo-Kopierschutzes kaum geben. Auch wenn der Titel das manchmal anders sieht.

Sicher ist sicher!

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